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Die Wanderapothekerin - Iny Lorenz

Ein sehr bewegender historischer Roman, tolle Charaktere



Seiten: 640
Verlag: KNAUR
ISBN: 
978-3426515518
Erschienen am: 03.04.2017
Preis: 10,99 €
Genre: Historischer Roman



Thüringen im 18. Jahrhundert: Nachdem Klaras Vater und auch ihr Bruder – beides Wanderapotheker, die mit ihren Heilkräutern und Arzneien von Dorf zu Dorf ziehen – spurlos verschwinden, ist es an der jungen Frau, ihre Familie vor größter Not zu bewahren. Wie ihr Vater will auch Klara auf der Wanderschaft Heilkräuter und Arzneien verkaufen, was jedoch äußerst schwierig und voller Gefahren ist. Die größte Bedrohung kommt dabei aus der eigenen Familie: Ihr Onkel Alois ist hinter einem Schatz her, den ihr Vater angeblich versteckt hat. Obrigkeit und Kirche bezichtigen die junge Frau aufgrund ihres Heilkräuter-Wissens sogar der Hexerei. Klara steht jedoch nicht allein: Da ist ihre findige Freundin Martha, und dann gibt es noch Tobias, der sie insgeheim bewundert und liebt.

Meine Meinung:

Die Handlung spielt im 18. Jahrhundert und tatsächlich war es damals üblich mit Körben oder Tragegestellen durch die Lande zu ziehen, um die Menschen, die nicht gerade in einer Stadt lebten, in der Märkte stattfanden auch mit Ware zu beliefern. Diesen Aspekt aus der dortigen Zeit vermittelt Iny Lorentz in ihrem Roman sehr genau.

Nicht nur, dass die Wanderapotheker viel Weg zurücklegen mussten, sondern auch die Gefahren, die sich dabei ergeben, denn die Welt ist nunmal nicht nur gut. Das war damals so und das hat sich bis heute nicht geändert.

Was ich sehr faszinierend an den historischen Romanen finde, ist die Sprache. Den Leuten ging es damals so schlecht, dass der einzige Glaube der an Gott war. So waren Grußformeln, wie "Gott befohlen" oder "Gott wirds dir vergelten" ganz normal.

Auch die böse Seite wurde in diesem Roman ganz brutal dargestellt, indem Vergewaltigung, Schändung oder das Wort Huren sehr oft eingebracht wurde. Die Frauen hatten es in der Zeit wirklich nicht leicht, denn Gleichberechtigung gab es damals noch nicht.

Die Charaktere habe ich sehr gemocht. Tobias, Klara und Martha sind sehr authentische Protagonisten und auch Alois Schneidt wurde sehr gut ausgearbeitet.

Es war am Anfang nicht ganz leicht den Prolog nachzuverfolgen, da man die Charaktere noch nicht kannte, aber das hat sich im weiteren Verlauf der Geschichte gelöst, da man immer mehr Informationen bekam.

Weiterhin gibt es verschiedene Abschnitte, in denen die Kapitel neu beginnen. Da Klara und Martha sehr viel auf der Reise erleben, konnte man gut nachvollziehen wohin die "Reise" nun geht.

Es war nicht einmal langweilig und durch den leichten und gut verständlichen Schreibstil, der durch die mittelalterliche Sprache noch hervorgehoben wurde, fand ich das Buch sehr unterhaltsam.

Daher kann ich mit ruhigem Gewissen sagen, dass jeder, der historische Romane mag, auch dieses Werk lesen sollte.







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