kein anderer Ausweg
Seiten: 416
Verlag: cbt
ISBN:978-3570161159
Erschienen am: 23.09.2013
Preis: 2,60 €
Genre: Schicksalsroman
Sie kamen von einem Club, irgendetwas war vorgefallen und Max hatte diesen Gesichtsausdruck, sagt seine Schwester Natalie......
Er ist einfach so gegen diesen Baum gefahren. Er war sofort tot. Warum?
Max ist tot, doch seine Schwester Natalie, seine Freundin Annika und sein Kumpel Paul überleben diesem schrecklichen Unfall. Es war das Ende einer Schulwoche und Montag geht wieder jeder zur Schule, außer Max. Eine Lehrerkonferenz wird abgehalten, an der auch der kranke Lehrer Herr Brückner teilnimmt, obwohl er momentan nicht unterrichtet, doch er war seit geraumer Zeit Max Mathelehrer und hat dabei zu sein. Bei der Gelegenheit lernt er auch den Vertretungslehrer kennen, der eiskalt erscheint. Herr Bollschweiler ist sichtlich nervös und muss sein Gesicht wahren, denn er weiß genau was er getan hat.
Max Eltern sind fertig mit der Welt, vor allem seine Schwester und Mutter, doch auch sein Vater trauert und fühlt sich mitschuldig und spürt auch, dass seine noch übrige Familie mit dem Finger auf ihn zeigt.
Dann ist da noch Annika und Paul, die natürlich nach dem Unfall auch ins Krankenhaus gebracht werden, da sie einige Verletzungen davon getragen haben. Paul mehr wie Annika, die schon zu Hause ist, als Paul noch drin bleiben muss.
Delia, eine Floristin, die in Max Leben getreten ist wie ein Licht, eine Oase der Erholung.
Alles haben ihre Geschichte zu Max Tod beizutragen, alle fühlen sich mitschuldig.
Meine Meinung:
Als ich meine vielen Bücher mal neu sortiert habe, ist dieses Buch irgendwie rausgestochen und ich nahm mir vor es zu lesen, wenn ich fertig bin. Wenn man das Cover sieht, weiß man schon dass es ein trauriges Buch sein wird, das mit dem Tod zu tun hat, denn auch die Rinde eines Baumes ist zu sehen.
Zu Beginn passiert gleich dieser Unfall, der sehr tragisch verläuft, denn der Fahrer, der so schwer verletzt zu sein scheint wird gar nicht weiter beachtet, sondern die anderen Personen werden befreit. Man kann sich ja denken warum...
Die Autorin schreibt die Geschichte in der Perspektive jeder Personen, die in Max Leben eine Rolle gespielt haben, wobei Max Geschichte dabei den größten Teil einnimmt. Seine Schwester war seine Vertraute, zu der er den meisten Bezug hatte, im Gegensatz zu seinem Vater, der immer nur lernen im Kopf hatte. Es gibt bestimmt irgendwo auf der Welt eine Familie bei der es so zugeht und ich hoffe, dass das nicht so ausgeht und sich die Familie irgendwann besinnt, sich die Kinder durchsetzen können.
Seine Mutter war als Person mehr im Hintergrund gehalten. Wahrscheinlich wollte die Autorin sie damit als stilles Mäuschen darstellen, dass nicht viel zu sagen hatte. Der Vater war der Boss und was er sagt war Gesetz.
Es ist wirklich schrecklich zu lesen, was der Vater mit Max "angestellt" hat. Das große Problem war Mathe. Max geht aufs Gymnasium und die Mathematik, die dort angestrebt wird ist nicht von dieser Welt, das kann ich wirklich so sagen wie es ist, denn ich hab vor Jahren Abitur nachgemacht und Mathematik war wirklich so schwer, dass ich am Verzweifeln war. Was ich nicht alles gemacht habe, um die Rechnungen in meinen Kopf zu bekommen. Ich hatte glücklicherweise eine Freundin dort, die das perfekt konnte und mir und auch anderen versucht hat das beizubringen. Physik war genau das gleiche. Der Lehrer hat was vorne erklärt und ich hab nur Bahnhof verstanden, insofern kann ich mich in Max hineinversetzen. Auch wie Max hatte ich Fächer in denen ich besser war und bei denen ich mich sicher gefühlt habe. Der Unterschied war damals nur, dass ich auf mich selbst gestellt war, hatte niemanden der mich zu irgendwas gedrängt hat oder mir Druck gemacht hat. Ich hab mir den Druck selbst gemacht und wollte das schaffen, da es eine Chance war die nie wieder kommt.
Es ist wirklich schade, dass manche Eltern einfach nicht die Zukunft für das Kind wollen, die das Kind will. Man will als Eltern natürlich das Beste für sein Kind. Dass es später ein schönes Leben hat und sich um Geld keine Sorgen machen muss. Aber Geld ist nicht alles im Leben. Glücklich sein kann man auch mit wenig Geld, wenn man z.B. den richtigen Partner an der Seite hat, wenn man ein schönes zu Hause hat oder Dinge um sich die einem gefallen. Jeder definiert Glück anders. Mich macht u.a. mein wunderschöner großer Balkon glücklich, vor allem wenn ich dort bei sommerlichen Temperaturen sitze und lese. Das ist herrlich und da kann ich komplett abschalten.
Max wollte so ein Leben wie sein Vater führt nicht haben. Er hat es sich anders vorgestellt.
Man sollte den Kindern ein Vorbild sein, natürlich gehört Erziehung auch dazu, aber auch ihnen die nötige Freiheit geben sich zu entfalten. Es ist wirklich schade, dass Max sein künstlerisches Talent nicht ausleben konnte. Ihm wurde alles Zuviel und er hat keinen Lebenswillen mehr gehabt.
Das Buch war toll zu lesen und ich bin wirklich traurig, weil ich durch die Geschichte Max so gut kennengelernt habe. Vielleicht gibt es dort draußen einen Max und er weiß nicht weiter. Dann hoffe ich, dass dieser Max eine bessere Lösung findet als einen Baum.



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