Wie soll man sich von jemanden fern halten, für den man so fühlt?
Seiten: 496
Verlag: Selfpublishing
Asin: B0GR5L6L2X
Preis: Kindle Unlimited bisher
Genre: Romantasy
Klappentext:
Auf der Suche nach ihren leiblichen Eltern stößt Eirene in London auf Zale, zu dem sie sich auf sonderbare Weise hingezogen fühlt. Ihm zufolge sei Eirene eine Nachfahrin der Sirenen, jener sagenumwobenen Wesen, die Menschen mit ihrem Gesang beherrschen können. Eirenes Leben steht kopf. Sie als Gehörlose soll eine Sirene sein? Stimmen, die sie eigentlich nicht hören sollte, düstere Erinnerungsfetzen an ein brennendes Haus sowie die Faszination für den schroffen Atlas, der zu viel trinkt und zu wenig fühlt, lassen sie an dem zweifeln, was sie zu wissen glaubte.
Während Eirene mit ihren Gefühlen hadert, wird zunehmend klar: Sie steckt mitten in einem Kampf zweier verfeindeter Sirenenclans und ist zugleich der Schlüssel zu einem uralten Geheimnis, das alles verändert.
Rezension:
Das Buch dreht sich um Rin beziehungsweise Eirene, die gehörlos ist und trotzdem unbedingt in London studieren möchte, um ihr eigenes Leben aufzubauen. Dort lernt sie Zale kennen, der ihr sofort sympathisch ist und sie ganz normal behandelt, ohne auf Abstand zu gehen, nur weil sie nicht hören kann. Während zwischen den beiden langsam eine Verbindung entsteht, stößt Rin immer mehr auf Dinge aus ihrer Vergangenheit, die sie eigentlich längst vergessen oder verdrängt hatte. Nach und nach gerät sie dadurch in eine Welt voller Geheimnisse, Spannungen und dunkler Wahrheiten.
Meine Meinung:Diese Geschichte hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Wer auf der Suche nach einer fesselnden Romantasy mit einer ordentlichen Portion Spannung und tiefgehenden Emotionen ist, wird hier definitiv fündig.
Hier lernt man Charaktere kennen, die unter die Haut gehen. Besonders Atlas hat es mir angetan. Seine sympathische, teils chaotische Art sorgt für einen wunderbaren Einstieg, doch im Verlauf der Geschichte offenbart er eine tragische Komplexität, die mich emotional völlig unvorbereitet getroffen hat. Die Enthüllungen über seine Vergangenheit, geprägt von Manipulation und Trauma, machen ihn zu einer unglaublich vielschichtigen Figur. Die "Romeo und Julia"-Stimmung zu Beginn sorgt für ein intensives Prickeln und eine verbotene Anziehung, der man sich kaum entziehen kann.
Der Perspektivwechsel zu Rin hat für mich wunderbar funktioniert. Sie ist eine starke Protagonistin, deren Weg ich unglaublich gerne verfolgt habe. Besonders die authentische Darstellung ihrer Gehörlosigkeit und ihr Wille nach Unabhängigkeit haben mich beeindruckt. Die Verbindung zwischen Rin und Zale war ein weiteres Highlight. Ihre gemeinsame Dynamik fühlte sich ehrlich und besonders an. Ein heimlicher Star der Geschichte war für mich die Bruderbindung zwischen Atlas und Zale, die in den entscheidenden Momenten für echte Gänsehaut gesorgt hat.
Das Setting in London bietet die perfekte Bühne für diese düstere Welt der Sirenen. Die Autorin schafft es meisterhaft, eine Mischung aus Leichtigkeit und unterschwelliger Gefahr zu kreieren. Besonders die Postamt-Szene ist mir im Gedächtnis geblieben… sie war mysteriös, spannend und hat das Suchtpotenzial der Geschichte perfekt unterstrichen. Was dieses Buch aber besonders auszeichnet, sind die unvorhersehbaren Wendungen. Ein massiver Bruch in der Geschichte hat mich komplett schockiert zurückgelassen und das Ganze auf ein völlig neues Level gehoben. Auch wenn die politischen Verflechtungen und Machtregeln gegen Ende komplexer wurden, blieb die Spannungskurve konstant hoch.
„A Song so Dark and Old" ist für mich eine Geschichte voller Schmerz, Hoffnung und Rebellion. Trotz der düsteren Themen gab es immer wieder ruhige, hochemotionale Momente, die das Buch perfekt abrunden. Ein Muss für alle Fans von Slow-Burn und atmosphärischer Romantasy, die keine Angst vor heftigen Plottwists haben!
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