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Kellerspiele von Simone Trojahn

Denn was sie erwartete, war nicht mehr und nicht weniger als die unfreiwillige Hauptrolle im perfiden Spiel eines geisteskranken Sadisten


Seiten: 437
Verlag: REDRUM
ISBN: 978-3959578851
Erschienen am: 31. März 2018 (diese Auflage mit dem Cover)
Preis: 14,99 Euro und Kindle Unlimited
Genre: Psychothriller / Horror


Klappentext:

Karl ist schockiert, als Toni eine junge Frau entführt, um sie im Keller des gemeinsamen Hauses gefangen zu halten. Sein Bruder ist ein Sadist. War er schon immer.Und Karl? Er ist hin und her gerissen zwischen Mitleid, der emotionalen Abhängigkeit zu seinem Bruder und dem Bedürfnis, die eigenen Triebe an der hübschen Laura zu befriedigen, die in ihm die einzige Hoffnung auf Rettung sieht.Wird Karl am Ende das Richtige tun und dem Mädchen zur Flucht verhelfen oder gewinnt der dunkle Teil in ihm die Oberhand?

Rezension:

Als Toni arbeitslos wird und sich nicht mehr die Ausflüge nach München leisten kann, er aber trotzdem nicht auf Sex verzichten möchte entscheidet er sich eine Frau zu entführen. Er überlegt woher er sie kriegen soll, aber irgendwas wird ihm schon einfallen. Sein Bruder Karl ist entsetzt, aber Toni war schon immer brutal und fässt ihn nicht mit Samthandschuhen an. Er baut erstmal den Keller so um, dass dort eine Frau "wohnen" könnte. Matratze, Fesseln, Eimer für die Notdurft darf auch nicht fehlen. Außerdem ein Eimer mit Wasser, denn schließlich soll sie ja ne Weile durchhalten während Toni seine perversen Fantasien mit ihr auslebt. 

Meine Meinung:

Ich lese ja gerne mal Bücher die etwas extremer sind, aber dieses hier hat mich wirklich an meine psychischen Grenzen gebracht. Wenn ich nicht unbedingt hätte wissen wollen wie es ausgeht, hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen. Schon die ersten 10 Prozent sind schon sehr grausam. Dort lernen wir Karl, Toni und ein bisschen ihre Mutter kennen. Erleben wir sie leben, wie sie wohnen und wie das Haus in etwa aussieht. Die Autorin hat es so bildlich beschrieben, dass man es sich sehr gut vorstellen konnte. Der Schreibstil war wirklich unglaublich gut. Ich war schon am Anfang schockiert und hatte mich gefreut so schnell in ein Buch hereinfinden zu können. Ich war aber auch schon sehr angewidert von den beiden Protagonisten und von den Lebensumständen. 
Als ich irgendwann bei 30 Prozent ankam wurde mir schon anders. Es hat sich angefühlt wie man so schön sagt, wie ein Unfall. Man muss einfach hinschauen und so habe ich auch weitergelesen, mit einem angewiderten Gesicht und Ekel. Es war da schon sehr grenzwertig. Toni duscht öfter mal, aber Karl ist sehr wasserscheu und die Autorin hat es wunderbar in Sätze gefasst, so dass ich mich oft sehr geekelt habe. 
Als ich etwas über der Hälfte des Buches war, musste ich sehr oft pausieren, denn das Geschehen war sehr emotional und auch sehr belastend. Laura tat mir so leid und ich spürte soviel Wut im Bauch und fragte mich zwischendurch auch mal wie man sowas schreiben konnte und ob dies nicht verboten sei der Menschheit sowas zum Lesen zu geben. Später wurde es noch anstrengender. Man schöpft erst ein wenig Hoffnung und wird dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ich hatte den Wunsch, dass das Buch endlich endet oder es schon bald zur Auflösung kommt. Mir wurde schon richtig übel beim Lesen. Ganz wichtig an alle. Lest es nicht, wenn ihr nebenbei etwas esst. Es könnte wieder hochkommen. 
Das letzte Stück des Buches war dann richtig bösartig, abartig und verstörend. Ich habe soviel Ekel empfunden, dass ich öfter mal tief durchatmen musste. Und ich habe innerlich gefleht, dass es bitte jetzt endlich ein Ende haben soll, ein gutes Ende. 
Als es dann vorbei war, war ich unendlich erschöpft von dieser Lektüre und habe das Nachwort der Autorin noch gelesen, in dem sie gehofft hat, dass der Leser, der anfängt dieses Buch zu lesen, auch bis zu Ende liest, denn es ist nicht einfach. Es ist wirklich unglaublich gut geschrieben, dass man einfach weiterlesen muss. 
Noch ein Wort zu den Protagonisten. Toni ist wirklich ein Sadist und ich weiß nicht was einen Menschen dazu bringt so bösartige Dinge mit anderen Menschen zu tun, wie man soviel Kraft aufwenden kann um so seinen Alltag zu gestalten. Karl ist eklig, sorry, der geht gar nicht. Auch wenn man nicht viel Geld hat, so lange man fließendes Wasser hat muss man nicht stinken. Das war wirklich widerlich so viele dreckige und stinkende Zeilen lesen zu müssen. 
Ich empfehle dieses Buch niemanden, denn ich habe während des Lesens unglaublich gelitten. Ich könnte es nicht noch einmal lesen. Dennoch sagt es wohl etwas aus und irgendwo auf dieser Welt gibt es eine Laura und einen Toni. Menschen können so grausam sein. Für mich war es einfach nur Folter für meinen Kopf. Ich weiß nicht, ob ich so schnell nochmal ein Buch von dieser Autorin lese. Nicht weil es schlecht war, nein, es war sogar sehr gut, sondern weil ich es nicht aushalte so brutale menschliche Abgründe zu durchleben. Ich gebe diesem Buch 5 Sterne. 






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