✦ Rezension ✦
Sonnenberg
Brigitte Glaser
⭐⭐⭐ 3 / 5
Ein ruhiger Roman über Familie, Weinbau, die Siebzigerjahre und den Kampf gegen gesellschaftliche Erwartungen.
🍇 Zwischen Reben & Erinnerungen
Meine Meinung
I
ch bin ehrlich gesagt ziemlich skeptisch an Sonnenberg herangegangen. Die Geschichte klang für mich zunächst nach genau dem Stoff, der mich packen könnte. Ein Winzerbetrieb am Kaiserstuhl, die Siebzigerjahre, eine junge Frau, die sich gegen die Vorstellungen ihrer Zeit behaupten muss, und dazu der geplante Bau eines Kernkraftwerks. Ich dachte wirklich: Okay, daraus kann richtig was werden! Vor allem auf den Konflikt rund um das Kernkraftwerk hatte ich mich gefreut, weil ich auf eine spannende historische Geschichte gehofft hatte.
Leider kam dieser Moment für mich nicht.
Stattdessen plätscherte die Geschichte über weite Strecken ziemlich ruhig vor sich hin. Gerade am Anfang wurden unglaublich viele Informationen über Johanna, ihre Familie, den Weinbau und die damalige Zeit eingestreut. Ich hatte dadurch oft das Gefühl, mehr durch die Seiten zu arbeiten, als wirklich wissen zu wollen, wie es weitergeht. Und genau das ist für mich bei einem Buch ein ziemlich deutliches Warnsignal.
Leider kam dieser Moment für mich nicht.
Stattdessen plätscherte die Geschichte über weite Strecken ziemlich ruhig vor sich hin. Gerade am Anfang wurden unglaublich viele Informationen über Johanna, ihre Familie, den Weinbau und die damalige Zeit eingestreut. Ich hatte dadurch oft das Gefühl, mehr durch die Seiten zu arbeiten, als wirklich wissen zu wollen, wie es weitergeht. Und genau das ist für mich bei einem Buch ein ziemlich deutliches Warnsignal.
„Daraus hätte für mich richtig viel werden können.“
🌿 Zwischen Tradition & Aufbruch
Was mir gefehlt hat
D
abei fand ich die Grundidee wirklich interessant. Gerade die Stellung der Frau in den Siebzigerjahren hätte für mich unglaublich viel Potenzial gehabt. Johanna muss sich als Frau, als Mutter und als Winzerin gegen ziemlich viele Vorurteile behaupten. Auch der Widerstand gegen das geplante Kernkraftwerk hätte für mich ein richtig spannender Handlungsstrang werden können. Leider hatte ich häufig das Gefühl, dass diese Konflikte eher angerissen wurden, statt sie wirklich intensiv auszubauen. Genau daraus hätte für mich deutlich mehr Spannung entstehen können.
Auch mit Johanna und Luzie bin ich leider nicht richtig warm geworden. Beide waren für mich sympathische Figuren, aber emotional haben sie mich einfach nicht erreicht. Gerade ihre Freundschaft hätte für mich viel stärker im Mittelpunkt stehen können, denn die Ausgangssituation bietet eigentlich richtig viel.
Auch mit Johanna und Luzie bin ich leider nicht richtig warm geworden. Beide waren für mich sympathische Figuren, aber emotional haben sie mich einfach nicht erreicht. Gerade ihre Freundschaft hätte für mich viel stärker im Mittelpunkt stehen können, denn die Ausgangssituation bietet eigentlich richtig viel.
❦
🍷 Persönliche Randnotiz
Eine Geschichte mit so viel Potenzial hätte mich emotional deutlich stärker erreichen müssen.
Johanna · Luzie · Kaiserstuhl · Widerstand
Vier Elemente, aus denen für mich leider nicht die erhoffte Spannung entstanden ist.
Vier Elemente, aus denen für mich leider nicht die erhoffte Spannung entstanden ist.
🍇 Mein Fazit
Nicht jede Ernte fällt reich aus
Meine Bewertung
★★★☆☆
3 von 5 Sternen
A
uch wenn mich das Buch letztendlich nicht überzeugen konnte, möchte ich nicht verschweigen, dass die Grundidee wirklich interessant ist. Besonders die Verbindung aus Familiengeschichte, Weinbau, gesellschaftlichem Wandel und dem Widerstand gegen das Kernkraftwerk hätte für mich richtig viel Potenzial gehabt.
Leider war mir die Geschichte insgesamt zu ruhig und zu zäh. Ich habe immer wieder darauf gewartet, dass der große Konflikt endlich richtig Fahrt aufnimmt. Dazu kamen die vielen Informationen über den Weinbau und die Perspektivwechsel, die meinen Lesefluss zusätzlich gebremst haben.
Als Hörbuch hat die Geschichte für mich allerdings deutlich besser funktioniert. Ulrike Kapfer hat mir hier wesentlich mehr Zugang zur Geschichte ermöglicht und dafür gesorgt, dass ich der Handlung leichter folgen konnte.
Leider war mir die Geschichte insgesamt zu ruhig und zu zäh. Ich habe immer wieder darauf gewartet, dass der große Konflikt endlich richtig Fahrt aufnimmt. Dazu kamen die vielen Informationen über den Weinbau und die Perspektivwechsel, die meinen Lesefluss zusätzlich gebremst haben.
Als Hörbuch hat die Geschichte für mich allerdings deutlich besser funktioniert. Ulrike Kapfer hat mir hier wesentlich mehr Zugang zur Geschichte ermöglicht und dafür gesorgt, dass ich der Handlung leichter folgen konnte.
„Schade, denn die Geschichte hatte für mich eigentlich enormes Potenzial.“
🌿 ❦ 🍇 ❦ 🌿
Eine Reise an den Kaiserstuhl, die bei mir leider
nicht ganz die gewünschte Wirkung entfalten konnte.
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