Seiten: 384
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3596704538
Erschienen am: 27.Oktober 2021
Preis: 16,99 Euro
Genre: Dystopie
Klappentext:
Eine erschütternde Vision der Zukunft, in der das Schicksal eines jeden von einer einzigen Zahl bestimmt wird. In der Zukunft besitzt jeder Mensch einen Q-Wert, der Intelligenz und Einkommen misst und jedem seinen Platz in der Gesellschaft zuweist. Ein vermeintlich gutes System für eine zunehmend heterogene Welt. Das glaubt auch Elena, die an einer Eliteschule lehrt, wo sie täglich das Potenzial ihrer Schüler testet. Doch niemand spricht darüber, wohin die Kinder verschwinden, deren Q zu niedrig ist. Als Elenas 9-jährige Tochter durch einen Test fällt und ihr Wert unter Niveau liegt, lernt die Mutter die dunkle Kehrseite der schönen neuen Welt kennen. Was, wenn die Auslese der Besten nur der Anfang eines schrecklichen Plans ist? Was, wenn man Elena das eigene Kind wegnehmen will?
Rezension:
Es geht um eine Welt, in der Menschen nach einem festen Wert beurteilt werden, der über ihre Zukunft entscheidet. Sowohl Erwachsene als auch Kinder müssen regelmäßig Tests bestehen, um ihren Platz in der Gesellschaft zu behalten. Kinder werden je nach Ergebnis auf unterschiedliche Schulen verteilt – wer versagt, landet auf einer abgelegenen gelben Schule, von der niemand zurückkehrt. Als Lenis Tochter Freddy durchfällt und dorthin gebracht wird, trifft Leni eine folgenschwere Entscheidung: Sie lässt sich selbst dorthin versetzen, um ihr Kind nicht allein zu lassen.
Meine Meinung:
Das Buch hat mich am Anfang total abgeholt. Der Klappentext klang spannend, ich liebe Dystopien, und diese Idee mit dem Bewertungssystem hat sofort mein Interesse geweckt. Ich hatte wirklich hohe Erwartungen und war auch neugierig, was mich da erwartet. Am Anfang fand ich den Einstieg auch noch gut. Man lernt Leni, ihre Familie und vor allem ihren Mann Malcolm kennen, der für mich ganz klar der Antagonist ist. Er verkörpert dieses System komplett – kalt, berechnend und ohne echtes Mitgefühl, sogar gegenüber seinen eigenen Kindern. Gerade dieses unterschiedliche Verhalten gegenüber Anne und Freddie hat mich teilweise richtig wütend gemacht. Das war auf jeden Fall stark dargestellt.
Aber je weiter ich gelesen habe, desto anstrengender wurde es. Der Lesefluss war für mich schwierig, viele Fachbegriffe haben mich eher rausgebracht als reingezogen, und ich hatte oft das Gefühl, ich muss mehr verstehen als fühlen. Genau das war für mich das größte Problem. Die Emotionen haben gefehlt. Einzelne Szenen waren stark, aber insgesamt hat mich die Geschichte nicht wirklich gepackt.
Ich hatte mir viel mehr Spannung und Tiefe erhofft, gerade bei so einem krassen Thema. Stattdessen wirkte vieles eher wie eine dahinplätschernde Erzählung, die ihr eigenes Potenzial nicht ausschöpft. Auch das Ende konnte für mich nichts mehr retten. Es war teilweise unklar, wirkte überhastet und hat viele Fragen offen gelassen. Ich saß am Schluss eher da und dachte mir: „Okay… und jetzt?“ – statt wirklich zufrieden zu sein.
Eine richtig starke Idee und ein wichtiges Thema, aber leider eine Umsetzung, die mich emotional nicht erreichen konnte und insgesamt eher enttäuscht hat. Deshalb sind es für mich 3 Sterne geworden.


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