Die Kriegszeit war echt schlimm
Seiten: 512
Verlag: Heyne
ISBN:978-3453438378
Erschienen am: 13.03.2017
Preis: 1,80 €
Genre: Historischer Roman
Wir befinden uns im Krieg, das heißt, kurz bevor der Krieg beendet ist. Die Kirchbacher Männer sind alle im Krieg und es wird auf die Rückkehr gewartet. Leider werden viele nicht wiederkehren.
Es ist auch eine Zeit in der alles knapp ist. Die Vorräte an Lebensmitteln vor allem. Viele Söhne, die in den Familien am Hof gebraucht werden mussten in den Krieg ziehen, so dass die Frauen allein für das Geld sorgen müssen. An viel Schlaf ist da nicht zu denken. Jeder ist ausgelaugt, krank oder hat Schmerzen.
Agnes Papen, eine der Protagonisten kehrt zu ihrem Onkel nach Kirchbach zurück, um sich um ihn zu kümmern, da ihre Eltern tot sind. Ihr Onkel ist krank und sie sucht den örtlichen Arzt auf, der aber gar kein Arzt sein möchte, bzw. betrunken ist, um seine Erlebnisse im Krieg zu vergessen.
Franz, der Sohn eines Vaters, der auch im Krieg ist, muss nun in der Fabrik arbeiten, in der seine Mutter geschafft hat, die aber durch eine Verletzung nicht mehr brauchbar ist.
Ruben Lieberstock bewirtschaftet einen Laden in denen die Leute im Dorf Lebensmittel einkaufen können. Er ist nicht nur ein guter Geschäftsmann, sondern hat auch ganz viel Herz, was er beweist, als er einen Mann, der plötzlich im Dorf auftaucht und sein Gedächtnis und seine Sprache verlor bei sich aufnimmt.
Aber es ist nicht nur die Art von Not, die in Kirchbach eingezogen ist, sondern auch die Sache, dass Menschen verschwinden und irgendwann der Fund einer Leiche zum Thema wird. Was ist passiert?
Meine Meinung:
Das Cover dieses Buches zeigt schon, dass es in einer Zeit spielt, wo es noch Schwarz-weiß Photographien gab und es erst der Beginn der Telefonie war. Eben 1918, Kriegszeit, Armut und eine Zeit wo die Leute damals noch nicht an PC´s, digitale Photographie, Handys oder aber Fernseher gedacht hatten.
Es war eine schlimme Zeit. Die Männer wurden in den Krieg geschickt und wurden nur so scharenweise abgeschlachtet. Dieses Buch zeigt genau die Seite der Welt, die es damals war. Diese Menschen mussten ums Überleben kämpfen. Es gab Menschen, die haben sich mit dem abgefunden, was sie waren...Tagelöhner oder Mägde. Andere hatten eine andere Berufswahl im Sinn, die schon etwas moderner war.
Der Leser begleitet Ruben Lieberstock, ein alter Mann, der einen Lebensmittelladen hat, Franz, ein 15-jähriger Junge, der für seine Familie das Geld verdienen muss, Agnes Papen, ein junges Mädchen und Wiebke, eine Magd.
Bei Kapitelwechsel ist immer ein anderer dran. Allerdings muss ich sagen, dass diese Geschichte mit Krimi nicht viel am Hut hat. Es ist zu 80 % ein Buch das eine Geschichte nach der Nachkriegszeit erzählt. Es war aber trotzdem sehr fesselnd, vor allem die letzten 100 Seiten waren richtig richtig spannend, fast ein bisschen skrupellos und pervers.
Im Großen und Ganzen hat es mir sehr gut gefallen, und der Schmetterlin Abzug ist nur, weil ich dachte ich hätte einen Krimi vor mir, was ich nicht so empfand.



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